Peter der Große

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Geburts- und Sterbetag

Peter der Große erblickte als Sohn des Zaren Alexis Mikhailowich (1629-1676) und der Zarin Natalia Kirillowna Naryschkina (1651-1694) das Licht der Welt am 09. Juni 1672 in Moskau.

Das Oberhaupt Russlands starb am 08. Februar 1725 an einer Harnwegsinfektion.

Familie

Peter der Große war zweimal verheiratet.

Seine erste Frau, Eudokia Fyodorowna Lopuchina (1669 – 1731), gebar ihm seinen ersten und einzigen Sohn, Alexej (1690 – 1718)

Marta Alexeewna Skawronskaja (1683 – 1727; spätere Zarin Katharina I.), mit der er die zweite Ehe einging, wurde ihm von seinem engen Freund Alexander Menschikow vorgestellt. Sie war die Tochter eines litauischen Bauers.

Aus dieser Ehe stammen neun Kinder. Alle, mit Ausnahme von Anna (1708 – 1728) und Elisabeth (1709 – 1761; spätere Zarin), starben noch im Kindesalter.

Zu seiner Person:

Am 27. April 1725 wurde Peter der Große zum Oberhaupt Russlands erklärt.

Der Zar war bei einer Körpergröße von 2,03 Metern breitschultrig und muskulös gebaut.

Er schwang selbst die Axt, um bei dem Bau einer Kriegsflotte zu helfen und diente sogar als Korporal in seiner eigenen Armee.

Obwohl er in den prächtigen Palästen mit aller Bequemlichkeit hätte leben können, wohnte er oft zufrieden in einer kleinen Hütte mit 2 Zimmern (Haus Peters des Großen).

Walentin Serow. Peter der Große. 1907

Der russische Adel umschmeichelte ihn, nicht allein wegen seiner kriegerischen Erfolge. Er aber ersuchte die Gesellschaft von Ausländern und einfachen Bauern.

Peter der Große war ein militärischer und diplomatischer Mensch, sehr ungestüm und energisch.

So konnte er sanft und strahlend sein, aber im nächsten Augenblick wieder Ivan dem Schrecklichen gleichen.

Seine Grausamkeit aber hatte das Ziel, ein faules, unwissendes und uraltes Russland zu Macht und Größe zu verhelfen. Sein ganzes Leben lang setzte er seine ungeheure Kraft und seine Energie daran, Russland zu modernisieren.

Peter der Große und sein Ziel

Es schien, als wäre die Zeit in Russland stehen geblieben. Die Technik entsprach dem Wissensstand des Mittelalters. Peters des Großen Politik zielte auf Modernisierung und Expansion ab. Seine Anregungen holte er sich in einer Siedlung nur 5km von Moskau entfernt – der Kolonie der Ausländer. Er befreundete sich mit dem holländischen Kaufmann Franz Timmermann, mit dessen Hilfe er den Umgang mit nautischen Geräten und das Segeln erlernte.

Seit seiner Kindheit interessierte sich Peter der Große für Segelboote. Er besaß sogar ein eigenes und lernte damit umzugehen. Mit den Jahren entwickelte er eine große Leidenschaft für die Schifffahrt und Navigation.

Im Jahre 1694 verließ erstmals ein russischer Zar das Festland.

1695 gründete Peter der Große schließlich die russische Marine und begann mit dem Aufbau der russischen Flotte, die sich an dem westlichen Vorbild orientierte.

Zwei Jahre später konnte der junge Regent seine Seetüchtigkeit in der Kriegsführung einsetzen. Er eroberte mit seiner neuen Streitkraft und westlicher Militärtechnik die osmanische Festung Asow am unteren Don. Die erfolgreiche Unterwerfung verhalf dem Zaren nicht nur in Russland zu großer Anerkennung. Auch in Europa wurde man auf den 24-Jährigen aufmerksam.

Peters des Großen Wissenshunger wurde immer stärker. Er begab sich in Europa auf die Suche nach neuen Ideen und Techniken, die zur Modernisierung Russlands beitragen konnten. 1697 reiste er inkognito über Riga, Berlin und Hannover nach Amsterdam. Der Zar war begeistert von den einheimischen Schiffsbauern und schickte hunderte von ihnen nach Russland. Doch damit nicht genug. Er selbst lernte die Kunst des Schiffbaus und heuerte unter dem Namen Peter Michailow einige Zeit auf einer Werft als einfacher Zimmermann an. Er ließ sich in England in die Geheimnisse der Astronomie einweihen und erforschte die Neuheiten der Medizin. In der Kunstkammer kann man heute sogar die von Peter dem Großen persönlich gezogenen Zähne seiner Patienten sehen.

Wassili Surikow. Der Morgen vor der Exekution der Strelitzen. 1881

Seine Reise endete allerdings plötzlich mit der Nachricht einer Revolte der traditionellen Strelitzen (Palastgarde) in der Heimat. In Krakau angekommen, erfuhr er, dass der Aufstand bereits niedergeschlagen wurde. 1800 Rebellen sind in Gefangenschaft genommen worden, viele wurden öffentlich hingerichtet.

Kurz nach seiner Rückkehr begann Peter der Große seine Ideen, die er während seiner Europareise gesammelt hatte zu verwirklichen und erließ eine Vielzahl an neuen Reformen, die das alltägliche Leben betrafen.

„Hier werde ich eine Stadt bauen“, so überliefert die Legende das Wort des Zaren von 1703. In der sumpfigen Wildnis des Newa-Deltas plante der Zar für sein Volk eine neue Hauptstadt, ein Fenster zum Westen. Dabei kümmerte ihn kaum, dass Tausende von russischen Bauarbeitern ihr Leben geben mussten. Viele starben an Krankheiten wie Sumpffieber oder Skorbut. St. Petersburg – die Stadt, die auf Schlamm und Menschenknochen erbaut wurde. Der 27. Mai 1703 gilt als der Geburtstag der neuen Stadt. An diesem Tag begann Peter der Große mit dem Bau der Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel.

Der Herrscher ließ den italienischen Architekten und Städtebauer Domenico Trezzini anreisen, um mit ihm alle Details abzustimmen. Mit seiner Hilfe entstand in Russland das „Venedig des Nordens“, ein Paradies künstlerischer Vollkommenheit und Schönheit. Eine Vielzahl prächtiger Paläste zieren die Stadt. Am berühmtesten ist der Winterpalast, ein prunkvoller Barockbau, der 1762 fertig gestellt wurde. Schon im Jahre 1712 verlegte Peter der Große den Regierungssitz von Moskau nach St. Petersburg.

Der Große Nordische Krieg

Im „Großen Nordischen Krieg“ gegen den schwedischen König Karl XII. kassierte Peter der Große im Jahre 1700 erstmals eine Niederlage. In der historischen Schlacht von Narwa verlor die russische Armee gegen eine zahlenmäßig unterlegene schwedische Truppe.

Der Zar lernte aus diesem Misserfolg. Er ließ neue Uniformen und Ausrüstungen anfertigen und die heiligen Glocken der einheimischen Kathedralen für Geschütze einschmelzen.

Zudem erweiterte der siegeshungrige Feldherr seine Kampftruppe. Bauern und Leibeigene ließ er zu Soldaten ausbilden.

Im Juli 1709 trafen die verfeindeten Heere erneut aufeinander. Peter siegte mit einer 40.000 Mann starken Armee.

Der Sohn Peters des Großen

Die folgende Auseinandersetzung fand nicht mit einer fremden Macht statt, sondern mit seinem Sohn Aleksej. Er war das Gegenteil seines Vaters: tief gläubig und ganz und gar dem alten Russland zugetan.

Nikolai Ge. Peter der Große verhört den Zarewitsch Alexei Petrowitsch in Peterhof. 1871

Peter der Große stellte ihn vor die Wahl: Entweder Thron oder Kloster. Aleksej wählte den dritten Weg – die Flucht.

Doch russische Truppen, die ihm folgten, brachten ihn in sein Heimatland zurück.

Der Zar war der Annahme, dass sein eigener Sohn eine Verschwörung gegen ihn plante und verurteilte ihn daher zu 40 Schlägen, die dieser mit dem Tod bezahlte.

Das Ende der Regierungszeit Peters des Großen

Nur einen Tag nach dem grausamen Mord feierte Peter der Große ausgelassen die siegreiche Schlacht gegen die schwedische Armee.

Unter „Peter dem Großen“ avancierte das russische Reich zu einer der stärksten Weltmächte. Der ehrgeizige Regent führte 21 lange Jahre Krieg und baute das Imperium immer weiter aus.

1721 nahm er den Kaiser-Titel an.

Sein ruhmreicher Lebensweg endete am 08. Februar 1725. „Peter der Große“ starb an einer Harnwegsinfektion.

Ein Jahr zuvor hatte er seine zweite Frau, Katharina I., zur Kaiserin krönen lassen. Sie herrschte nach seinem Tod über Russland.

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