Andreas Schlüter

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Andreas Schlüter war ein bedeutender, deutscher Bildhauer und Baumeister des Barocks, dessen Begabungen Peter der Große sehr schätzte.

Der um 1660 in Danzig Geborene lernte bei dem Bildhauer Saponius und 1694 nach Berlin, wo er Hofbildhauer wurde und nach einem Studienaufenthalt in Italien 1698 die Bauleitung am Zeughaus und am Schloss übernahm.

1703-04 war er Direktor der Akademie der Künste.

1996 entstanden für das Zeughaus die berühmten 21 Masken sterbender Krieger und zahlreiche bauplastische Arbeiten, die auf einen größeren Werkstattbetrieb schließen lassen.

In den Jahren 1699 bis 1708 schuf Schlüter das Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten (Charlottenburger Schlosshof).

Als maßgeblicher Architekt der Großbauten prägte er das Bild des barocken Berlins, vor allem mit dem gewaltigen Schlossbau (im Zweiten Weltkrieg zerstört, Ruine abgerissen).

1709 fiel der Baumeister in Ungnade, nachdem an verschiedenen Bauwerken technische Schäden auftraten.

Ab 1713 arbeitete Andreas Schlüter für den Zaren Peter den Großen in St. Petersburg.

Das berühmte Bernsteinzimmer, das Friedrich I. im Jahre 1717 Peter dem Großen schenkte (heute in Zarskoje Selo), war ein Entwurf von Andreas Schlüter.

Er wirkte am Bau der Kunstkammer sowie am Schloss Monplaisir in Peterhof mit.

Andreas Schlüter und Johann Friedrich Braunstein, die beiden ersten namentlich erwähnten Architekten in Peterhof, erschufen den Großen Palast in Peterhof, dessen Umbau später von Rastrelli durchführt wurde.

Auch der Kikin-Palast, eines der ältesten Gebäude der Stadt, war das Werk Schlüters.

Ebenso ist das herrliche Basrelief vom Sommerpalast auf Andreas Schlüter zurückzuführen.

Sein Stil war geprägt von barocker Bewegung und Leidenschaftlichkeit, seine Architektursprache erinnert an das feierliche Pathos michelangelesker Ordnung.

1714 starb Andreas Schlüter.

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