Gatschina

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Das schöne Plätzchen Gatschina, das sich 40 km südlich von St. Petersburg befindet, hatte Katharina die Große im Jahre 1765 ihrem Günstling und Geliebten, Graf Grigorij Orlow, geschenkt, der daraufhin mit dem Bau des Park- und Schlossensembles im Stil des frühen russischen Klassizismus begann.

Graf Orlow beauftragte den italienischen Architekten, Antonio Rinaldi, mit dem Bau seines Palastes. Dieser wurde 1781 fertiggestellt. Die Räume des Palastes wurden vor allem von den Architekten Antonio Rinaldi und Vincent Brenna gestaltet.

Zwischen 1770 und 1790 erschufen bekannte Landschaftsarchitekten zahlreiche Parks und Gärten, die einem Märchenland ähneln. So findet man dort Brücken, Treppenbauten, Terrassen, Torbögen und Pavillons.

Der Stolz der Parkanlage sind die einzigartigen Pavillons, wie der „Tempel der Venus“ auf der Liebesinsel, und die Innenräume des „Birkenhauses“.

Im Jahr 1783, nach dem Tod Orlows, wurde Gatschina dem Sohn Katharinas II., dem zukünftigen Zaren Paul I., vermacht.

Einige Bauten spiegeln den soldatischen Geschmack Pauls I. wieder.

Er beauftragte den Architekten Brenna mit der Umgestaltung und Vergrößerung des Großen Palastes, der im Anschluss eher einer Kriegsfestung als einem Palast glich.

Auf dem Platz vor dem großen Palast wurde eine Bronzestatue des Zaren errichtet.

Im Jahr 1881, fast ein Jahrhundert später, machte Alexander III. Gatschina ebenfalls zu seiner Residenz.

Vor allem nach dem Tod seines Vaters, Alexander II., der durch ein Attentat in St. Petersburg ermordet wurde, entschloss sich der neue Zar, sich gemeinsam mit seiner Familie in diese Residenz zurückzuziehen.

Die Familie verachtete den überflüssigen Prunk und Luxus ihrer Vorgänger und entschied sich für ein einfaches aber dennoch gemütliches Leben. Aus diesem Grund zog die Zarenfamilie in die Räume der Dienerschaft.

Weißer Saal im Gatschina-Palast

Heute sind die Innenräume des Großen Palastes noch nicht alle restauriert worden, aber viele sind dennoch zu besichtigen. Unter ihnen befinden sich auch Prunkräume, wie der „Weiße Saal“ und der „Marmorspeisesaal“.

Die Räume veranschaulichen das Leben der Zaren Paul I. und Alexander III. und ihrer Familie.

In der Zarenresidenz Gatschina finden heute Ausstellungen westeuropäischer und russischer Malereien statt. Sehenswert ist auch die stattliche und wertvolle Porzellansammlung. Eine weitere Attraktion des Großen Palastes ist ein unterirdische Tunnel zum See.

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