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Alexander II.                                                              (1/2)

 

Alexander II. Nikolaewich

Geb.1818                                                                                                   Gestorben 1881 durch einen Attentat

Regierungszeit 1855 - 1881

Ältester Sohn des Zaren Nikolaus I. (1796-1855) und Alexandra       Fjodorowna (1798-1860).

Heiratete die deutsche Prinzessin Maximiliana Wilhelma Augusta Maria           von Hessen-Darmstadt (1824 - 1880) die den Russisch-Orth. Glauben    annahm und zur Maria Alexandrowna wurde. Acht Kinder stammen aus               dieser Ehe unter ihnen der zukünftige Alexander III.

Charaktereigenschaften: Aktivist, Reformer, Diplomat

Frühling 1861. Durch ganz Russland eilten die Ausrufer, um in den schlammigen Dorfplätzen ein neues Gesetz des Zaren bekannt zugeben, das dieser am 13. März 1861, am Jahrestag seiner Thronbesteigung, unterzeichnet hatte. Millionen von Leibeigenen konnten es noch nicht fassen und hörten misstrauisch die Rufe: Zar Alexander II., der Sohn des Zaren Nikolaus I., hob die Leibeigenschaft auf. Er wagte das geradezu Unmögliche, weil sich für ihn sonst kein anderer Weg bot. In drei Jahreszehn einer despotischen Regierung war es Nikolaus I. nicht gelungen, jene Unruhen zu unterdrücken, die mit dem Dekabristenaufstand ihren Ausgang genommen hatten. Das Land lag verarmt, die Verwaltung war rückständig und verderbt und voller Furcht vor einem Aufstand der Leibeigenen.

Russlands innere Schwäche führte auch zu jener schweren Niederlage im so genannten Krimkrieg, in den Nikolaus sein Land verwickelt hatte. Der Versuch des Zaren, damals die Türkei niederzuwerfen, war infolge des Eingreifens in England und Frankreich kläglich gescheitert. Noch während des Krieges musste Alexander II. nach dem Tode seines Vaters schwere Erbe antreten. Die Niederlagen aber ließen den Trend und zahlreiche andere kritisch denkende Russen erkennen, dass Russland aufhören würde, weiterhin als eine bedeutende europäische Macht zu gelten, wenn es nicht seine soziale und ökonomische Struktur von Grund auf wandelte.

Die Grundlage aber für diese Struktur bildete die Leibeigenschaft, und Alexander zerstörte sie. Er gab damit seinem Volke ein geradezu ungeheuerliches Versprechen. Er schien auch bereit, es wirklich zu erfüllen, als er zugleich den Anstoß zu anderen Reformen gab. Aber er schuf sich damit nur selbst immer neue Probleme und Schwierigkeiten.

Die Russen hatten die Freiheit kostet, und nun kam erst der richtige Appetit. Die Befreiung der Leibeigenen wandelte die meisten Bauern in Pächter, die zu wenig Land verfügten; der Rest blieb an Kollektivfarmen gebunden. Und die früheren Leibeigenen schreiten nun laut nach einer zweiten Neuordnung, die ihnen mehr Land und weitere Freiheiten bringen sollte.

 

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