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Geschichte 1900 - 1950                         (1/2)

Der letzte Zar

 

Der letzte Zar, Nikolas II, war nicht unbedingt regierungsunfähig, aber Russland brauchte zu dieser Zeit einen Übermenschen. Seine Frau, Alexandra, herrschte über ihn total, und zusammen waren sie unvorbereitet, um sich mit den schrecklichen Krisen zu befassen, die Russland über sich ergehen lassen musste. Seine Regierung wurde von einer Krise nach der anderen begleitet, von Arbeiter und Bauernaufständen dann Krieg mit Japan bis hin zum 1.Weltkrieg.

 

1904:

9. Februar: Beginn des Russisch-Japanischen Krieges, wegen Interessengegensätzen in der Korea- und Chinapolitik.

 

Blutiger Sonntag und das erste Parlament

Der erste am 9. Januar 1905 schreckliche Ereignis. Eine Menge von Arbeitern geführt durch den Orthodoxen Priester Vater Gapon marschierte zum Winterpalast mit einer friedlichen Bitte, die für bessere Betriebsbedingungen demonstrierte. Truppen öffneten Feuer auf die Demonstranten, Hunderte von Menschen starben und Tausende wurden verwundet. Der Tag ging als " Blutiger Sonntag“ in die Geschichte ein. Die Folge darauf waren Streiks und revolutionäre Aufstände, das Land erhob Protest und es gab Meuterei, Morde an Grundbesitzern und Industriellen. es breitete sich eine gewaltvolle Protestwelle gegen die Politik des Zaren aus. Ein Generalstreik der sozialistisch organisierten Arbeiter legt das öffentliche Leben lahm, um Nikolaus zu zwingen, einige Zugeständnisse zu machen. Der Zar brachte das "Oktober-Manifest " heraus, dass Grundrechte und eine gesetzgebende Volksvertretung (Duma) auf der Grundlage des allgemeinen Wahlrechts beinhaltet. Es trat jedoch keine wirkliche Verbesserung, denn der Zar löste das Parlament wann immer er wollte auf. Die politische Spannung setzte sich fort.    

1905:

5. September: Nach der militärischen Niederlage erkennt Russland im Frieden von Portsmouth Japans Ansprüche auf Korea an und muss auf Pachtrechte und territoriale Ansprüche in China verzichten.

 

1908:

Am 8. Juni stirbt der russische Komponist Nikolaj Rimskij Korsakow

 

1909 - 1914:

Das russische Ballett aus St. Petersburg unter der Leitung von Sergej            Diaghilew gewinnt auf Tourneen Weltgeltung

 

1910:

Igor Strawinskij vollendet den „Feuervogel“

 

1912:

4. April: Blutige Niederschlagung eines Streiks in Ostsibirien. Die Streikbewegung breitet sich im ganzen Land zu einer Protestbewegung gegen die Politik des Zaren aus.

Nikolaus II. unterstützt in der Balkanpolitik die planslawistische serbische Nationalbewegung.
 

1914:

30. Juli: Nach der Österreich-ungarischen Kriegserklärung gegen Serbien gibt Nikolaus II. den Befehl zur Gesamtmobilmachung der Streitkräfte gegen Österreich-Ungarn und seinen Bündnispartner Deutschland. Russland tritt somit an der Seite Frankreichs und Englands in den Ersten Weltkrieg ein. Es kamen anti-deutsche Gefühle auf und so wurde. Sankt-Petersburg wird in Petrograd umbenannt.
 

1915:

5. September: Nikolaus II. übernimmt den Oberbefehl über die Streitkräfte. Während Nikolaus über ein Jahr an der Front war, kümmerte sich seine Frau Alexandra um die Regierungsgeschäfte. Sie befolgt falsche Ratschläge von Grigorij Rasputin, einem legendären Wunderheiler und Prophet der Zarenfamilie, sie stand unter seinem Einfluss und war ihm mystisch verfallen. Der "Heilige Mönch" aus Sibirien hatte den einzigen Sohn der Zarenfamilie  Alexej, der an einer unheilbaren Blutkrankheit litt, geholfen. Seitdem unterstützte er die Zarin mit fraglichen Voraussagen. Er erwies sich jedoch als machtgierig und vertrat seine eigenen Interessen. Die Regierung wurde gelähmt. Das russische Volk beschuldigte die Herrscherin, eine deutsche Spionin zu sein und forderte von Nikolaus II. eine Entscheidung: Entweder Alexandra oder der russische Thron.

 

1916:

Am 17 Dez. wird Rasputin von Angestellten der Zarenfamilie ermordet. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Rasputin prophezeit, dass nach seiner Ermordung alle Familienangehörigen der Romanows eines gewaltsamen Todes sterben würden. Eine Weissagung, die sich schnell bewahrheiten sollte.

Ende 1916 hatte Russland an der Front fast 4 Millionen Männer verloren. Das Volk gab Nikolaus II. die Schuld am Tod von vier Millionen russischen Soldaten - es begann seinen Zaren zu hassen.

 

       Die Februarrevolution:

    1917:

    Aufgrund der militärischen Niederlagen, der Versorgungsnot im Reich und der Unzufriedenheit der Bevölkerung kommt es landesweit zu Arbeiteraufständen und Meutereien der Soldaten. Und erneut gab es im Februar eine Demonstration vor dem Winterpalast, der sich diesmal auch Soldaten und Polizisten anschlossen.

    28. Februar: Die bürgerlichen Parteien der Duma bilden ein Komitee, aus dem eine provisorische Regierung unter der Leitung Alexanders Kerenskijs hervorgeht. Die provisorische Regierung, dient bis zu den nächsten Wahlen.

    11. März: Der Zar verfügt die Auflösung der Duma und einen Schießbefehl gegen die Aufständischen. Die Soldaten verweigern sich der Anordnung.
     

    15. März: Auf Druck der Generalität dankt Nikolaus II. zugunsten seines Bruders, des Großfürsten Michail (1878-1918), ab. Dieser weist jedoch die Krone zurück.

     

    21. März: Nikolaus II. wird in Haft genommen und nach Internierung in Zarskoje Selo mit seiner Familie nach Sibirien verbannt.

     

    April:  Lenin kehrt mit Billigung der deutschen Regierung aus dem Schweizer Exil zurück nach Sankt-Petersburg. Er trifft am Finnischen Bahnhof ein. Der Revolutionsführer gab sofort nach seiner Ankunft charismatische Reden ab. Mit seinen Worten Frieden, Brot und Land gewann er die Arbeiter und Soldaten auf seine Seite.

 

Weiter

Zar Nikolaus II.

Zar Nikolaus II.

Anna Pawlowa

Ballettänzerin Anna Pawlowa. Das Russische Ballett gewinnt an Beachtung und wird weltberühmt.

Arbeiteraufstände

Arbeiteraufstände und Streiks machen sich in ganz Russland  breit.

Lenin aus dem Exil

Lenin wird zum Führer der Bolschewiken. Nach der Ankunft aus dem Exil hält er Aufbruchsreden.

Mit diesem Zug kam Lenin am Finnischen Bahnhof an.

Mit diesem Zug kam Lenin am Finnischen Bahnhof an. Heute steht er dort als Museumsstück hinter einer Glaswand.