Zarskoje Selo (Puschkin)

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Zarskoje Selo, auch Puschkin genannt, ist neben Peterhof die schönste Zarenresidenz Russlands. Sie befindet sich 25 km südlich von St. Petersburg.

Zarskoje Selo bietet vielleicht nicht eine derartige Eleganz und Fülle an Kaskaden und Fontänen wie Peterhof, aber der Prunk und die Schönheit des Katharinen-Palastes mit seinem atemberaubenden Bernsteinzimmer übertrumpft eindeutig die des Großen Palastes in Peterhof.

Die Zarenresidenz entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und war die bevorzugte Residenz der russischen Zaren: Katharina I., Katharina II., Alexander I. und Nikolaus II.

Ab 1937 trug die Residenz den Namen „Puschkin“, der Alexander Puschkin, Russlands größtem Dichter, zu Ehren, zu seinem 100. Todestag gewidmet wurde.

Der damals 12-jährige Alexander Puschkin besuchte seit 1811 die Eliteschule für Jungen in Zarskoje Selo.

„Ich, der glücklichen Faulheit wahrer Sohn, von Herzen sorglos“, schrieb er später über seine sieben Zarskoje-Selo-Jahre.

Hier schrieb er seine ersten Gedichte.

Das Lyzeum mit dem Puschkin-Museum befindet sich heute im rechten Flügel des Katharinen-Palastes.

Nicht weit entfernt, in Richtung des Alexanderpalastes ist auch sein Denkmal zu finden.

Heute heißt die Resident wieder „Zarskoje Selo“ (übersetzt „Zarendorf“) wie einst zu Zarenzeiten.

Vor allem der protzige Katharinen-Palast, der die Hauptattraktion bietet, verschlägt den Besuchern regelrecht den Atem.

Die 300 Meter lange barocke Fassade mit ihren rhythmisch gegliederten weißen Säulen, vergoldeten Atlanten und Fensterrahmen bildet einen schönen Kontrast zu dem lasurblauen Wandgrund.

Sein unvergleichbarer Luxus ist einzigartig und vor allem dem Baumeister Rastrelli zu verdanken, der 1752 den Palast so errichtete, wie er heute zu sehen ist.

Die Palastkirche mit ihren 5 Kuppeln weist eine Mischung des russischen mit dem barocken Stil auf.

Der prunkvolle Palast wurde bei dem ausländischen Adel als funkelndes „Juwel“ bekannt. Er entstand im Auftrag der Zarin Elisabeth, die ihn, zu Ehren ihrer Mutter, den Katharinen-Palast nannte.

Das Bernsteinzimmer

Das legendäre und unvergleichbare Bernsteinzimmer wurde 1755 von Bartolomeo Rastrelli eingerichtet. Das dekorative Bernsteinmaterial mit der originalen Bernsteintäfelung von Andreas Schlüter schenkte Friedrich Wilhelm I. von Preußen im Jahre 1717 Peter dem Großen. Das Bernsteinzimmer zählt heute zu dem „Achten Weltwunder“.

Als Katharina die Große an die Macht kam, beauftragte sie den schottischen Architekten Charles Cameron damit, Rastrellis barockes Innere klassizistisch umzugestalten. Die Herrscherin hielt den Barock nur für verschwenderisch.

Der „Große Saal“

Dennoch gab und gibt es genügend „Säle“ im barocken Stil wie zum Beispiel der „Große Saal“, der zu den größten und prunkvollsten Ballsälen Europas zählt oder der „Kavaliers-Speisesaal“, der mit St. Petersburgs kostbarstem Porzellan und Kristall ausgestattet wurde.

Nach einem Brand in den 1820er Jahren holte Alexander I. den Architekten Wassilij Stassow nach Zarskoje Selo, der dem Palast noch einige spätklassizistische Säle hinterließ.

Um das Schloss herum befindet sich eine künstlich angelegte und liebevoll gestaltete Landschaft mit einem großen See und zahlreichen Teichen.

Der Französische Garten vor dem Katharinen-Palast ist mit seiner eleganten Symmetrie ein besonderes Kunstwerk.

Die Residenz mit all ihren Parkanlagen und romantischen Landschaftsgärten besitzt eine Fläche von 600 Hektar, auf der sich mehr als 100 architektonische Bauten erheben.

Pavillon der Eremitage

Nicht nur die Paläste, sondern auch zahlreiche Brücken, Skulpturen und Pavillons, erinnern an die russischen Siege über die Türken.

Der Bau des Achat Pavillons wurde von Katharina II. in Auftrag gegeben und vom schottischen Architekten Charles Cameron 1789 fertig gestellt.

Während der Zeit Katharinas II. diente er als Terrassengarten.

Unter dem tempelartigen Bau liegt das „Kalte Bad“.

Cameron-Galerie

Unter anderem befindet sich hier heute die „Cameron Galerie“, die Kostüme und Uniformen ausstellt.

Erzählungen sowie Aussagen von Augenzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg berichten, dass im Katharinen-Palast einst ein persönliches „Erotisches Zimmer“ der Zarin Katharina der Großen existiert haben soll.

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